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Ohrlochforum

Das private Forum zum Thema Ohrlöcher und Ohrpiercings – Ohrlochstechen, Schmuck, Pflege, Dehnen, Mehrfachohrlöcher …

Re: ... und Ähnliches gab es damals - doch!

geschrieben von delen am 01.07.2016 um 11:20:33 - als Antwort auf: Re: ... und Ähnliches gab es damals - doch! von HA 472
 
 Meine Großtante (1916 geboren) hat mir erzählt, wie sie ihre Ohrlöcher bekam.
Sie war 4 Jahre alt, als die Mutter mit ihr ins örtliche Juweliergeschäft ging.

Der Juwelier umfasste ihr Ohrläppchen mit einem Gerät, ähnlich einer winzigen Schraubzwinge.
Wie bei einer Schraubzwinge besaß das Gerät eine Gewindespindel, die in einem Knebel endete.
Indem der Juwelier den Knebel drehte, erhielt die an der Spitze der Gewindespindel angebrachte Hohlnadel Vortrieb und wurde nach und nach durch Haut und Fleisch des Ohrläppchens "geschraubt".
Anschließend wurde ein Ohrstecker in die Öffnung der Hohlnadel gesteckt, die Nadel entfernt und das Ganze am anderen Ohr wiederholt.
Angeblich soll es "gar nicht wehgetan" haben. Wieso jedoch meine Oma, die jüngere Schwester, sich dann nie löchern ließ, weiß ich nicht.


Und wenn sie nicht dran gestorben ist, dann trägt sie sie noch heute...

Es gab damals zwar schon Ohrlochstecher:


Mit etwas Phantasie sahen sie auch "wie eine winzige Schraubzwinge" (oder eher wie ein Schraubstock) aus.
Allerdings wurde da nichts geschraubt und langsam durchgebohrt.
Wozu sollte so ein Mechanismus auch dienen? Was wäre da der Vorteil gegenüber dem klassischen Stechen mit der Nadel?

Wenn man schon beim Märchenerfinden solch einen wahren Kern einbauen will, dann sollte einem wenigstens das Funktionsprinzip klar sein! aetsch


Wenn ich Märchen erfinde (oder umstricke, wie schon geschehen) dann mache ich das eindeutig kenntlich, sehr geehrter Herr HA.

Ich habe auch keine Ahnung, weshalb dieses Ohrlochstech-Device, mit dem meine Großtante gelöchert wurde, so und nicht anders funktioniert hat.

Das ändert aber nichts an dem Fakt, dass meine Großtante mir es auf genau diese Weise geschildert hat.

Und nein, sie trägt die Löcher heute wohl nicht mehr. Denn sie ist schon vor über 10 Jahren gestorben.

Bevor du dich das nächste mal im Internet in herablassender Art und Weise über Dritte äußerst, solltest du vielleicht mal darüber nachdenken, dass am anderen Ende des Glasfaserkabels ein Mensch sitzt mit Gefühlen und dass du mit solchem selbstgefälligen Geschwafel den Schorf, der über die Trauer über eine geliebte Person gewachsen ist, brutal wieder aufreißt.

Steh einfach mal auf, geh ins nächste Klo und schau dich im Spiegel an: Würdest du es wollen, dass man verstorbene Verwandte, die du gern gehabt hast, die dich mehr als dein halbes Leben lang begleitet haben, als Phantasieprodukt nerabwürdigt?

Ich nicht.

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