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Ohrlochforum

Das private Forum zum Thema Ohrlöcher und Ohrpiercings – Ohrlochstechen, Schmuck, Pflege, Dehnen, Mehrfachohrlöcher …

Re: Familie

geschrieben von Tatjana am 09.03.2017 um 18:05:46 - als Antwort auf: Re: Familie von pit
Hallo Pit,

so krass (schitzophren") würde ich Elkes Aussage nicht nennen. Im Gegensatz zu Ohrlöchern sehe ich Piercings und Tattoos schon eher als etwas an, was einen gewissen Modetrend darstellt und den Geschmack einer Zeit widerspiegelt. Und Geschmäcker wie Moden ändern sich mit der Zeit. Es ist ja kein Geheimnis, dass nicht wenigen die Frisuren oder Klamotten, die man in seiner Jugend trug, heute eher peinlich sind, und dass man die Fotos von dieser Zeit manchmal lieber verstecken als vorzeigen möchte. In den 80ern war es bei den 20 - 40-jährigen (Männlein und Weiblein) ja durchaus angesagt, mit einem Vokuhila rumzulaufen, aber heute ... ?! Zum Glück wachsen Haare nach und außer dem Foto von damals bleiben keine Nachwirkungen zurück.

Wem Piercings, gedehnte Ohrlöchern und Tattoos heute gefallen, kann in 20 Jahren gut und gerne anders drüber denken und wäre dann vielleicht froh, sie wieder loszuwerden, das ist aber schwieriger als nur die Frisur zu wechseln. Und dann?

Ich gebe Dir allerdings recht, dass Piercings und Tattoos zunächst mal nichts über den Träger / die Trägerin aussagen. Und doch stecken wir alle doch irgendwie voll von (Vor-)Urteilen, ob wir das nun zugeben oder nicht. Den einen schrecken Piercings und Tattoos ab, andere halten Typen in Anzug und Krawatte rundweg für Spießer, wieder andere stempeln bei Glatze und Springerstiefel den Träger gleich als Rechtsradikalen ab. D.h. man darf und kann nicht davon ausgehen, dass in diesem Fall andere den gleichen Geschmack und die gleiche Meinung zu diesen "Body Modifications" haben wie man selbst. Und drum stimme ich Elke schon zu, wenn sie solchen Modetrends mit nicht oder nur schwer rückgängig zu machenden Folgen reservierter gegenübersteht.

Nochmal: Jede(r) soll und darf so rumlaufen, wie er/se das will. Und alle anderen sollten sich klar darüber sein, dass das "nur" eine Mode oder eben auch eine Einstellung zu dem eigenen Äußeren ist und - zumindest nicht notwendigerweise - gleich eine Frage von Moral und Intelligenz oder das Bekenntnis zu einer Gesinnung. Wer aber diesen Moden und/oder Trends folgt, sollte sich umgekehrt darüber im Klaren sein, damit auch immer anzubieten, in eine gewisse Schublade gesteckt zu werden.

Und zum Schluß ist alles irgendwie eine Frage des Geschmacks, und der ist bekanntlich verschieden. "Schitzophren" würde ich niemanden bezeichnen, der eine andere Meinung als ich hat.

Gruß
Tatjana



 
 ... Bei einem Lippenpiercing oder sowas ist das meines Erachtens etwas anderes, denn das Loch wäre später eher ein bleibender Schönheitsmakel, wenn sie sich dann entschiede, an dieser Stelle keinen Schmuck mehr tragen zu wollen. Bei uns Frauen sind unbestückte Mehrfachohrlöcher dagegen vielleicht (noch) bemerkenswert, aber eben auch bei fortgeschrittenem Alter sicher kein Makel mehr.
Zum Glück spielt bei unseren Kindern keiner mit dem Gedanken, sich anderswo als an den Ohren piercen oder auch irgendwo tätowieren lassen. Käme sowas mal zur Sprache, dann würde ich schon heftig dagegen argumentieren.
Der Ohrring bei meinem Mann, gerade wo er sich den so spät erst stechen ließ, geht schon eher an diese Grenze. Und ich habe ihn darum auch nicht dazu überredet, sondern nur in seinem eigenen (insgeheimen) Wunsch etwas bestärkt, weil ich wusste, dass er das selbst auch irgendwie will und irgendwelche dämlichen Kommentare anderer durchstehen kann. Mir gefällt er mit Ohrring außerordentlich gut, und das weiß er auch. Das hat ihm sicher geholfen, über seinen Schatten zu springen und es machen zu lassen. Ehrlich gesagt, bin ich sogar richtig stolz auf ihn, dass er so mutig war, diesen Schritt zu tun, denn Mut gehört schon dazu.


Das verstehe ich aber gar nicht. Bei deinem Mann findest du es "mutig", dass er sich ein Ohrloch sticht, aber sollte sich dein erwachsener Sohn dazu entscheiden, dass er sich z.B. einen Lippenring stechen lassen möchte, oder vielleicht etwas anderes oder gar ein Tattoo tragen möchte, bist du entschieden dagegen und siehst es als "Verunstaltung" an ???
Was beschränkt ein "gutes" Piercing auf Ohrläppchen? Was entstellt bei einer durchstochenen Augenbraue, Nase, Lippe etc? Bei manchen Jobs geht auch heute noch bei Männern vorgeblich nicht einmal ein Ohrring - nur warum? Kann ein Bank-/Versicherungsberater - nur weil er lust auf Piercings, bunte Haare oder Jeans und Turnschuhe hat - nicht kompetent das für den Kunden beste Produkt empfehlen? Kann ein Geschäftsführer aus gleichen Gründen sein Laden nicht erfolgreich führen? Alles etwas schitzophren ...
Grüße von eine reichlich durchlöchertem und geinktem Ingenieur im Landesdienst
Pit


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