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Re: Motorradausflug mit Folgen

geschrieben von delen am 02.08.2015 um 18:28:39 - als Antwort auf: Re: Motorradausflug mit Folgen von delen

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 "Sag mal, Anna ..." Ich drückte die Badezimmertür auf. "Wirst du heute noch fertig? Schöner wird das Wetter nicht mehr."
Meine Freundin und ich machen gerne Motorradausflüge. Und angesichts des strahlenden Sonnenscheins unseres ersten Urlaubstags steckte ich schon seit gut einer Viertelstunde in meiner Lederkombi und schwitzte.
Nur Anna trödelte mal wieder ewig herum.
"Ja, gleich", sagts sie und lächelte mich über den Spiegel des Badschranks hinweg an, während sie in ihrem Schmuckkästchen kramte.
Das konnte ja noch ewig dauern ... Ich lehnte mich gegen den Türrahmen und zog den Reißverschluss meiner Kombi ein Stück weit auf. Mein Blick glitt über Annas Po hinauf über die sinnliche Linie ihres Rückens, die sich formte, als Anna sich zum Spiegel vorbeugte.
Sie strich ihre dunklen Locken hinters Ohr, und elektrisiert beobachtete ich, wie der Stift ihres Ohrsteckers über den zarten Flaum an ihrem Ohrläppchen streichelte, ehe er in der dunklen Kuhle des Lochs verschwand.
Ich versuchte, das leise Stöhnen zu unterdrücken, das aus meiner Kehle dringen wollte, doch Anna schien es schon bemerkt zu haben.
"Was ist, Benno?" Mit einem verführerischen Lächeln wandte sie sich zu mir. "Gefällt dir, was du siehst?"
Irritiert nickte ich. Sie meinte sicher ihre neue Lederkombi. Niemand könnte je erraten, wie sehr mich der Anblick der kleinen Narbe erregt, durch die sie gerade den anderen Ohrring schiebt.
Geschweige denn, wie sehr mich die Vorstellung verfolgt, dass meine Ohren ... Nein! Schließlich bin ich ein Kerl!
Entschlossen räusperte ich mich. "Und, fertig?"
"Ich? Schon lange." Sie grinste und schob sich an mir vorbei durch die enge Badezimmertür. Im Spot des Flurlichts gleißte das Silber an ihrem Ohr noch einmal auf, und ...
Ich zerrte den Reißverschluß meiner Kombi mit einem Ruck hoch und zog die Wohnungstür hinter ihr ins Schloss.

Eineinhalb Stunden später erreichten wir das Ziel unserer Tour: Einen Bergsee, umgeben von dunklen Tannenwäldern.
Wir stellten die Maschinen auf dem geschotterten Parkstreifen ab, und während ich noch, im Sattel sitzend, meine Handschuhe abstreifte, stieg Anna schon ab.
Schwungvoll schüttelte sie ihr Haar, nachdem sie es aus dem Helm befreit hatte. "Na, Benno?" Sie zwinkerte mir zu. "Auch reif für eine Abkühlung?"
"Klar", antwortete ich, während ich absaß. "Es ist verdammt warm, selbst hier in den Bergen. Schau nur, wie das Wasser glitzert. Ich wünschte ich hätte ... Anna? Anna, was machst du da?" Völlig konsterniert starrte ich auf meine Freundin, die ihre Stiefel von den Beinen schleuderte und den Reißverschluß ihrer Lederkombi herunterzerrte. "Du hast einen Bikini drunter an?"
"Richtig bemerkt, Benno." Ihr Grinsen war fast zu breit für ihr Gesicht. "Aber keine Sorge ..." Sie wühlte in dem Koffer auf ihrem Gepäckträger und warf mir etwas zu. "... ich bin auf alles vorbereitet."
"Eine Badehose?" Kopfschüttelnd sah ich ihr hinterher, wie sie laut jauchzend über den Strand lief und sich mit einem wilden Kreischen in das türkisfarbene Wasser stürzte. "Na dann ..." Grummelnd verschwand ich hinter einem Busch, um mich umzuziehen.


Ihr seid echt langweilig. Hat keiner von euch Kerlen ein bisschen Phantasie? Seid ihr alle müd mit F?

Aber gut.

 Nach dem Schwimmen breiteten wir unsere Badetücher auf den Kieselstrand, ließen unsere Körper von der Sonne trocknen und aufwärmen.
Irgendwann legte Anna ihre schmale, kühle Hand auf meinen Bauch und drehte sich zu mir herüber. Sie sagte nichts, aber ich spürte ihren Blick auf mir.
Ich versuchte, wieder einzudösen, doch ihre tiefer gleitenden Finger verhinderten jeden Gedanken an Entspannung. Was, wenn jetzt jemand käme? Anna hatte mir ausgerechnet die extra knapp geschnittene Badehose eingepackt, die sie mir zu meinem letzten Geburtstag geschenkt hatte. Selbst von der anderen Seeseite aus würde jeder auf den ersten Blick erkennen, was Annas Berührung in mir auslöste.
Wenn sie nicht sofort ...
Mit einem Ruck setzte ich mich auf. "Anna! Hör auf!"
"Ja?" Jetzt glitt ihre Hand in die entgegengesetzte Richtung, ihre Finger spielten mit dem Haar auf meiner Brust, fanden eine Brustwarze und kniffen behutsam hinein. "Warum? Es scheint dir doch zu gefallen!"
Ich stöhnte, doch sie lachte nur.
"Mach dich doch ein bisschen locker, Benno! Veränderung ist nicht schlecht. Sieh doch, wie gut dir die Badehose steht."
"Meinst du?" Ich ließ mich wieder zurücksinken und wandte mich zu ihr.
"Natürlich!" Mit beiden Händen fasste sie in ihr halb getrocknetes Haar, bändigte die wilden Locken zu einem weit oben gebundenen Pferdeschwanz. "Oder willst du etwa behaupten, ich hätte einen schlechten Geschmack?"
Einen schlechten Geschmack? Nein, ich schüttelte den Kopf und musste grinsen. Wer so aussieht wie Anna kann nicht unter Geschmacksverwirrungen leiden.
"Na also!" Mit der Linken strich sie eine widerspenstige Strähne hinter ihr Ohr. "Glaub mir, ich schlage dir nur Sachen vor, die dir wirkli... Autsch!" Mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt sie inne.
"Was ist?" Besorgt beugte ich mich vor.
"Dieser blöde Ohrring!", schimpfte sie. "Mein Haar hat sich darin verheddert. Benno, kannst du so lieb sein ...?" Mit einem bittenden Augenaufschlag lehnte sie sich herüber zu mir.
Ich schluckte. Und schluckte noch einmal. Weshalb wurde mein Hals auf einmal so trocken? Ich hob meine Hand, fluchte innerlich über meine zitternden Finger und ... stoppte fünf Zentimeter vor ihrem Kopf. "Und was soll ich tun?", presste ich hervor.
"Am besten machst du ihn raus", sagte sie.
Raus? Ich spürte das kühle Silber des Reifs an meinem Zeigefinger. "Aber wie?"
"Das sind Steckcreolen." Sie bewegte sich und die zarte Haut an ihrem Hals streifte meine anderen Finger. "Du musst nur die Schraube auf der Rückseite herunterziehen."
"Schrauben? Rechts- oder Linksgewinde?" Mit der Rechten spürte ich das gebogene Metall und den Stift, der darüber hinausragte.
Dieser Stift, der durch die künstliche Öffnung in ihrem Ohrläppchen reichte ... und es gerade sichtlich schmerzhaft in die Länge zog. Ich blinzelte und verdrängte meine irritierenden Gedanken.
"Schieb deine Fingernägel zwischen Platte und Ohrläppchen", erklärte sie. "Und dann zieh. Aber mach schnell, bitte!"
Also gut. Ich holte Luft und tat, was sie verlangte.
Sie seufzte und nahm mir den Schmuck aus den schweißnassen Fingern, während ich meinen Blick nicht von ihrem Ohrläppchen lösen konnte.
Oder besser gesagt von der dunkel lockenden Kuhle des kleinen Lochs, in dem der Schmuck gesteckt hatte. Warum machen Frauen das? Lassen sich Löcher durch die Ohren stechen ... Weshalb nur?
Ich spürte, wie Hitze meinen Hals hochkroch, schaute schnell weg, ehe sie mein Starren bemerken konnte - und kreuzte unversehens ihren Blick.
Über den Ohrring in ihren Fingern hinweg sah sie mich an. Ein kleines Lächeln spielte um ihre Lippen, während sie den Ohrring viel zu schnell wieder anlegte. "Komm, Benno", sagte sie, gab mir die Hand und zog mich hoch. "Lass uns auf die andere Seeseite fahren."
"Nach Seestadt? Willst du etwa doch noch einmal im Gasthof zur Forelle einkehren?" Das Essen hatte ihr letztes Jahr nicht besonders geschmeckt. Ich habe mir das gemerkt, schließlich will ich ein aufmerksamer Freund sein.
"Lass dich überraschen!", rief sie mir über die Schulter zu und zerrte mich weiter.

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